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Weltuntergang ausgeblieben; Leuphanancial Times stellt aus Protest die Arbeit ein

7. Januar 2013

Ich hatte mich darauf gefreut. Das Ende der Welt und von Leuphana im speziellen wäre so schön gewesen. All die Dinge gegen die man Jahre lang protestiert und gekämpft hat wären mit einem mal vorbei. Kein Krieg, keine Atomkraft, kein Neoliberalismus, kein Klimawandel, kein religiöser Fanatismus und keine Leuphana mehr.  Der Weltuntergang hätte so viel Gutes gehabt. Man hätte wissen können, das Prognosen, die aus so obskuren Bauwerken wie Stufenpyramiden stammen nicht seriös seien können. Wobei man ihnen zu gute halten muss, dass die Maya noch Sinn für Geometrie hatten.

Am wichtigsten wäre mir am Weltuntergang gewesen, dass ich diesen Artikel nicht hätte schreiben müssen. Aus dem Team der Leuphanancial Times ist über die Jahre eine One-Man-Show geworden und auch ich habe mittlerweile das sinkende Schiff verlassen und mich an eine andere Uni abgesetzt. Einige meinen, Leuphana strahle heute so hell wie nie; ich meine, das haben brennende Schiffe so an sich. Der Sieg der Liberal-Konservativen-Studentenverbindung namens die Fachschaft BE&M ist ein weiteres deutliches Indiz, dass der Kahn nicht mehr zu retten ist und man sich das Löschen sparen kann. Die geistige Verwirrung ist zum Flächenbrand geworden.

Aus dem Exil bekommt man auch einen klareren Blick auf das Flaggschiff  der bolognarefomierten Hochschulpolitik. Während die Smutjes von Rechenzentrum, Bibliothek und Prüfungsamt meist ein eins a Süppchen gekocht haben, ist und bleiben der Kapitän samt erstem Maat und einigen hochrangigen Offizieren ein durchgeknallter Haufen, die längst auf hoher See den Nordstern mit dem Kreuz des Südens verwechselt haben und damit zielstrebig in die falsche Richtung segeln. Dabei darf man ihnen keinen bösen Willen vorwerfen, es handelt sich hier schlicht um neoliberale Wahnvorstellungen, kombiniert mit einem Hang zur Korruption und einer gehörigen Portion Inkompetenz. Nun ja, dass hat man davon wenn man dem Lagermeister das Steuer und dem Schiffsmimen den Schiffsbau anvertraut.

Bevor nun mein Blog zum Beispiel für freie Meinungsäußerung an der Leuphana hochgelobt wird werde ich diesen versenken und wünsche allen Passagieren und der ganzen Besatzung noch eine gute Fahrt, auf dass die Leuphana auf dem Weg bleibt. Im Anschluss findet ihr noch die Dinge die ich damals nicht veröffentlichen wollte, weil ich sie zu drastisch fand. Viel Spaß damit, gute Reise.

Danke an alle die diesen Blog mit gestaltet und belebt haben.

Euer letzter und nun ehemaliger Autor der Leuphanancial Times

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Noch mehr öffentliche Aufmerksamkeit für Leuphana

11. Dezember 2012

Das Lüneburger Präsidium zeigt immer wieder, dass es in der Außenwahrnehmung der Universität großen Einfluss hat und diese maßgeblich befördert und gestaltet. 11 Personen sind dem Präsidium unterstellt, die nur damit beschäftigt sind die Uni ins richtige Licht zu rücken. Im letzten Jahr sorge eher Holm Keller mit seinen Korruptionsvorwürfen für ein überregionales Presseecho, nun schafft es auch der Präsident Sascha Spoun mal wieder in die nationale Presse. Im UniSpiegel nimmt er in dem Artikel „L‘ Uni, c’est moi“ eine zentrale Rolle ein (http://wissen.spiegel.de/wissen/image/show.html?did=89868083&aref=image052/2012/11/28/CO-USP-2012-006-0014-0018.PDF&thumb=false). Wir finden den Vergleich zwischen dem Sonnenkönig und Präsident Spoun geschmacklos. Schließlich förderte Ludwig XIV. die Künste und die Wissenschaft, statt sie unter BWL-Logik tot zu rationalisieren. Zu Spoun passt eher ein Bild aus seiner eigenen Fachrichtung: Der wohlwollende Diktator. Er hat wohl den Eindruck neben unbegrenzter Macht auch unbegrenztes Wissen inne zu haben und nach rein wirtschaftlichen Vorstellungen den Nutzen aller zu optimieren. Nur so lässt sich die Rücksichtslosigkeit seiner Entscheidungen erklären.  Es scheint als hätten die Universitätspräsidenten und die Landesregierungen die Vorteile von Demokratie vergessen.

Sucht Euch was aus!

9. Dezember 2012

Die Wahlergebnisse der studentischen Wahlen liegen vor und es ist jetzt schon abzusehen, dass das neue StuPa nun auch den AStA leuphanisieren wird. Endlich wird dieser Bodensatz an sozial und kulturell engagierten linkspolitisch angehauchten AStA-Leuten gegen ein paar Partyorganisatoren der Fachschaft BE&M ausgetauscht. Da dessen Vertreter im letzten StuPa schon nichts vernünftiges zustande gebracht haben, haben wir gestalterisch schon mal vorgegriffen, damit dann auch das Logo stimmt.

AStA.Leuphana

Bitte plakatieren!

28. November 2012

PDF mit allen Plakaten zum selbst drucken: Plakate-LT (Druckqualität 139KB)

Auf der hohen Kante

26. Oktober 2012

2010 gab es zum ersten Mal größeren Unmut, über die hohen Rücklagen auf den Studiengebührenkonten der Universitäten in Niedersachsen. Eine Landtagsanfrage hatte damals für die Leuphana satte 5,77 Millionen Euro ans Licht befördert. Die Universitätsleitung schickte den Ombudsmann vor die Sache zu erklären. Sein Schreiben findet sich bis heute in MyStudy. Auf www.perli.de finden sich nun auch die Zahlen für den 31.12.2011. Kontostand der Uni-Lüneburg 5,81 Millionen. Ca. 452.000 Euro mehr als zum gleichen Stichtag 2010. Damit haben 452 Studierende ein Jahr lang Studiengebühren für die Rücklage bezahlt, bzw. 86,25 Euro pro gebührenzahlenden Studierenden (5240,5) sind in die Rücklagen geflossen. Pro zahlendem Studierenden liegen 1.108,95 Euro trotz gestiegener Studierendenzahlen, auf den Universitätskonten.  Lüneburg ist im landesweiten Vergleich noch kein Spitzenreiter, mit 1633,48 Euro pro Gebührenzahler liegt die HS Hannover vorn. Zu den Hochschulen, die ihre Gebühren zeitnah für eine Verbesserung der Lehre einsetzen, gehört die Uni Lüneburg aber noch lange nicht. Der Durchschnitt liegt bei 673,96 Euro pro zur Kasse gebetenem Studierenden und die HS Osnabrück beweist, dass man auch mit 122,75 Euro Pro Studi an Rücklagen auskommen kann. Das ist 1/9 von dem, was die Leuphana hortet.

Darüber wie die Gebühren in Lüneburg verwendet werden sollten gibt MyStudy Auskunft. Dazu wie sie tatsächlich verwendet wurden, hat uns netterweise jemand ein Dokument zugespielt (LT dankt vielmals). Bei genauem Hinsehen, merkt man schnell, dass die Mittelbindungen für langfristige Projekte bei weitem nicht der Einzige Grund für die Hohen Rücklagen sind. Alleine für das Erstsemesterprogramm hat sich zwischen 2007 und 2011 ein Haushaltsrest vom 350.000 Euro  angesammelt, bei den Kleininvestitionen wie Sachmitteln sind es fast 790.000 Euro.

Angesichts solcher Zahlen muss man sich die Frage stellen wie und wann diese Rücklagen eigentlich wieder abgebaut werden sollen. Bei den Sachmitteln ist das sicherlich ab 2015 kein Problem, schließlich hat man dann (vielleicht) ein Zentralgebäude, in dem man sich austoben kann. Das man mal versprochen hat, dass keine studentischen Gelder in Gebäude fließen sollten, daran wird sich auch niemand mehr erinnern, wenn die Töpfe für das Zentralgebäude leer sind. Das darin geplante Studierendenzentrum trägt ja auch irgendwie zur Verbesserung der Lehre bei. Ansonsten macht man es halt wie am Beispiel der EU-Mittel: Man mietet mit zweckgebundenem Geld Räume wie die in der Post, um dann reguläre Räume wie die in Volgershall zu vermieten, und die Mieteinnahmen dem regulären Unihaushalt zuführen zu können. So kann man sicherlich auch mit Studiengebühren Dinge bezahlen, die reguläre Haushaltsposten entlasten, um die Einsparungen dann für Bau, Marketing, Medienforschung, Digital School, oder Gott weiß wofür zu verwenden. Blöd sind dann nur die Studierenden, die geglaubt haben sie zahlen 500 Euro für eine Verbesserung ihrer Lehre. Für diese Studierenden haben wir noch ein kleines Gedankenspiel: Was glaubt ihr eigentlich wie schrecklich die Zustände in den 14 Bundesländern ohne Gebühren an den Unis sind?

Engagement nicht nur für den Lebenslauf

25. Oktober 2012

Immer wieder hört man, dass sich soziales und gesellschaftliches Engagement sehr gut im Lebenslauf macht. Nun schimpfen die einen, dass solches Engagement ja wohl Selbstzweck seien müsste und keiner Verwertungslogik unterliegen darf. Andere empfinden das Lebenslaufargument als wichtige Werbung und netten Zusatznutzen für das Ehrenamt. Das man das Ehrenamt nicht nur im Lebenslauf nutzen kann hat heute ein StuPa-Mitglied in einer E-Mail über diverse öffentliche studentische Verteiler bewiesen. Die Signatur ist beeindruckend genug um ihr hier einen Artikel zu widmen:

Mit freundlichen Grüßen
MdStuPa Christopher B[...]

--
Mitglied des Studierendenparlaments (StuPa)
Vorsitzender des Zentralausschuss
Mitglied des Vernetzungsausschuss
Mitglied des Öffentlichkeitsausschuss

StuPa Leuphana Universität Lüneburg
Scharnhorststraße 1
21335 Lüneburg
Tel.: +49(4131)677-1510
E-Mail: christopher.b[...]@b[...].net
Internet: http://www.leuphana.de/stupa

Erfahren Sie mehr über meine Arbeit im StuPa unter:
http://www.c[...].de/stupa

Vor Allem die Abkürzung MdStuPa für Mitglied des Studierendenparlaments hat sehr für Erheiterung gesorgt. Einen so entarteten Versuch, das eigene Humankapital durch Selbstmarketing zu erhöhen ist uns noch nicht untergekommen, so mal die verschickte Mail lediglich eine Erinnerung an das baldige Ablaufen einer verlängerten Frist und damit eher unwichtig war. Damit hat der Autor der Mail bewiesen, dass er sich nicht nur für den Lebenslauf engagiert, man kann sich schließlich noch bei vielen anderen Gelegenheiten mit den eigenen Ämtern wichtigmachen.

Leuphana wird Digital

23. Oktober 2012

LEUPHANA STARTET DIGITAL SCHOOL „THINKTANK CITIES“

steht in großen Lettern auf der Startseite.

Die Leuphana Universität Lüneburg steigt in die Online-Hochschulausbildung ein. Die neue „Digital School“ soll Menschen überall auf der Welt kostenlos und ohne Zulassungsbeschränkung die Teilnahme an Bildungsangeboten der Hochschule ermöglichen. Die Leuphana ist die erste deutsche Universität, die ihre digitalen Angebote in dieser Form bündelt. Eine Besonderheit ist die Vergabe von Leistungspunkten. Sie können von der jeweiligen Heimathochschule als Studienleistung angerechnet werden.

lässt sich im Anschluss in der Pressemitteilung lesen. “ Die Thinktank Cities“ sind also nur die Auftaktveranstaltung. Wir hoffen, dass jemand erklärt Herrn Keller nochmal was eigentlich eine Studienleistung ist, damit es in Zukunft nicht zu Missverständnissen kommt. Die Bündelung der Angebote in einer School ist ansonsten das einzige, was daran innovativ sein könnte. Der Rest ist vielfach an anderen Universitäten praktiziert. Holm Keller sieht darin aber den ganz großen Wurf, er spricht gar von der:

Demokratisierung der akademischen Bildung

Wir wollen mal nicht hoffen, dass er damit Recht behält, sofern er dem ganzen sein Demokratieverständnis zugrunde legt. Die Senatsprotokolle und Einladungen geben mal wieder keinen Hinweis darauf, dass die „demokratischen“ Universitären Gremien auch nur Unterrichtet waren von dieser Neuerung. Dabei hätte doch vielleicht jemand gerne mitgeredet, bevor die Universität ein solches Projekt mit Partnern wie den Buchmachern von Tipp24 eingeht.

Die Leuphana nutzt für ihre Digital School die Bildungsplattform „Candena Scholar“ der Candena GmbH, einer Neugründung des Schwerpunkts Digitale Medien des Lüneburger EU-Innovations-Inkubators

Wer den Inkubator kennt, weiß, dass die Ausgründungen per Definition wirtschaftlich arbeiten müssen und langfristig auf eigenen Beinen stehen sollen. Damit ist auch klar, dass die Angebote langfristig auch entweder Geld kosten müssen, oder die Uni das Projekt weiter finanzieren muss. Schon jetzt wird eine Prüfungsgebühr von 20€ nach Abschluss des Kurses erhoben, davon lässt sich jedoch wohl kaum das Projekt finanzieren.

Vor einigen Jahren gab es einen Hype um s.g. E-Learning-Angebote, die jedoch in weiten Teilen wieder sang- und klanglos untergegangen sind. Auch die Plattform Moodle die sonst von der Leuphana für Lehrveranstaltungen angeboten wird, ist in Lüneburg kaum genutzt. Dabei ist der Funktionsumfang solcher Software mittlerweile beachtlich. Neben dem reinen Einstellen von Wissen durch die Dozenten und Verwaltungsfunktionen, gibt es auch zahlreiche Möglichkeiten für Diskussionen und kollaboratives Arbeiten. All dies scheint jedoch das Seminar mit persönlicher Anwesenheit nicht ersetzen zu können. Keller glaubt dennoch an die Zukunft seines Projektes:

Für ihn führt die Verbindung von Social Media wie YouTube oder Facebook und herkömmlichen Fernstudiengängen zu einer neuen Form der Hochschulausbildung. „Online-Studienangebote modularisieren Lehrinhalte und machen sie jedermann an jedem Ort zu jeder Zeit zugänglich – ohne feste Stundenpläne, Geld oder Zulassungsvoraussetzungen“

Dabei bieten weder YouTube noch Facebook wirklich Funktionen, die auf das Lernen zugeschnitten sind, oder nicht sowieso in E-Learning stand der Technik wären. Das Projekt an sich mag ja nicht schädlich sein, dass es jedoch erfolgreich ist, ist eher unwahrscheinlich. Die Konkurrenz ist schließlich hart, Top-Unis wie Oxford, oder das MIT bieten ähnliches an. Damit steht zu befürchten, dass Herr Keller mal wieder die Uni mit einem Misserfolg blamiert.